Sorbisches Gymnasium Bautzen

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Weihnachtsschmuck mit Geschichte – Besuch aus Prag im Tschechischkurs

Am Dienstag, den 16. Dezember 2025, erhielt der Tschechischkurs der 11. Klasse besonderen Besuch: Zwei Mitglieder des tschechischen Vereins der Freunde der Sorben, Eliška und Vlaďka, stellten den Schülerinnen und Schülern eine wunderschöne weihnachtliche Handwerkstradition aus dem Riesengebirge vor. Gemeinsam mit den Gästen durften die Jugendlichen selbst kreativ werden und filigranen Weihnachtsschmuck aus Glasperlen basteln.

Diese Kunst des Glasperlenschmucks und Perlen-Weihnachtsbaumschmucks hat eine lange Geschichte: Bereits in den 1870er Jahren entwickelte sich in Poniklá, einem kleinen Ort im Riesengebirge, ein Zentrum dieses außergewöhnlichen Handwerks. 1902 ließ sich dort Stanislav Horna mit seiner Familie nieder und gründete die erste Perlenmanufaktur. Nach dem Ersten Weltkrieg erfreuten sich die feinen, handgeblasenen Ornamente großer Beliebtheit und wurden in alle Welt exportiert – über Handelsfirmen aus Jablonec nad Nisou, welches damals als Zentrum des Schmuckexports galt.

Die Kunst des Perlenblasens und Schmückens hat sich in Poniklá bis heute erhalten – als letzter Ort weltweit, an dem diese traditionelle Technik noch praktiziert wird. Sie wird von Generation zu Generation weitergegeben und stetig weiterentwickelt. Für diese außergewöhnliche Beständigkeit wurde die Herstellung von geblasenen Glasperlen und Perlen-Weihnachtsschmuck im Jahr 2020 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Während des Workshops erfuhren die Schülerinnen und Schüler, welche handwerklichen Schritte hinter dem funkelnden Schmuck stecken – vom Blasen, Versilbern und Färben der Glasperlen bis hin zum kunstvollen Flechten und Gestalten der Ornamente. Besonders beeindruckend war, wie präzise und geduldig man dabei arbeiten muss.

Die Tschechisch-Stunde bot nicht nur eine kreative Abwechslung im Schulalltag, sondern auch einen lebendigen Einblick in ein Stück tschechischer Kultur, welches heute weltweit einzigartig ist. Am Ende des Projektes hielten alle Teilnehmenden selbstgemachte Ornamente in den Händen – ein glänzendes Erinnerungsstück an interkulturelle Begegnung, Kreativität und gelebte Tradition.

,Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom

Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

 

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Jana Štillerová