Sorbisches Gymnasium Bautzen

Sprache auswählen

Vom Königsweg zum Petřín-Turm

Vom Königsweg zum Petřín-Turm – Prag-Exkursion der Klasse 7-1

Am 21. und 22. Mai 2026 machten sich die Tschechisch-Schüler der Klasse 7-1 gemeinsam mit ihren Klassenlehrkräften J. Štillerová und C. Clausen auf den Weg nach Prag. Am Donnerstagmorgen traf sich die Gruppe mit Personalausweisen, Versichertenkarten und ZVON-Tickets ausgestattet am Bautzener Bahnhof – alles war vollständig, sodass der zweitägige Ausflug ohne Verzögerung starten konnte.

Mit dem Zug ging es zunächst nach Liberec, wo der Umstieg in einen der komfortablen Fernbusse von Student Agency anstand. Etwa eine Stunde später erreichten alle den Busbahnhof „Černý Most“ am Prager Stadtrand und fuhren von dort mit der gelben U-Bahn der Linie B bis „Můstek“ – direkt im Zentrum am Wenzelsplatz. Nach einer Mittagspause von eineinhalb Stunden begann dort der inhaltliche Teil der Exkursion. Vor dem Nationalmuseum startete eine selbst gestaltete Stadtführung: In kleinen Gruppen präsentierten die Schüler auf Tschechisch verschiedene Sehenswürdigkeiten entlang des Königswegs.

Vom Wenzelsplatz aus führte der Weg zum Pulverturm, dem traditionellen Anfangspunkt des Königswegs. Durch die Celetná-Gasse gelangte die Gruppe zum Altstädter Ring, wo Teynskirche, Jan-Hus-Denkmal und die berühmte Aposteluhr am Altstädter Rathaus im Mittelpunkt standen. Pünktlich zur vollen Stunde konnte das kleine Schauspiel der Apostel bewundert werden. Anschließend ging es weiter durch die Karl-Gasse bis zur Karlsbrücke. Von hier aus bot sich ein eindrucksvoller Blick auf die Moldau, das Nationaltheater, den Hradschin und den Petřín-Turm. Straßenmusik, Kleinkünstler und kleine Stände sorgten für eine lebendige Atmosphäre. Viele nutzten die Gelegenheit, an der Statue des Heiligen Nepomuk die Legende zu hören und sich etwas zu wünschen.

Am Ende der Karlsbrücke verließ die Gruppe den Königsweg kurz und bog zum Lausitzer Seminar ab, in dem früher sorbische Pfarrer ausgebildet wurden. Das Gebäude war leider nicht zugänglich, doch die Schüler betrachteten die zweisprachige Gedenktafel auf Sorbisch und Tschechisch und hielten den Moment mit einem Foto fest. Zurück auf der Brücke durfte eine süße Stärkung nicht fehlen: Baumstriezel mit Eis, Erdbeeren und Schlagsahne waren sehr gefragt.

Anschließend führte der Königsweg weiter auf die Kleinseite zur barocken St.-Nikolaus-Kirche und über die Neruda-Gasse – benannt nach dem Schriftsteller Jan Neruda und bis heute mit historischen Hauszeichen geschmückt – hinauf zur Prager Burg. Von dort bot sich ein weiter Blick über die Dächer der Stadt. Die Wachposten in ihren Paradeuniformen beeindruckten uns ebenso wie der monumentale St.-Veits-Dom, in dem früher die böhmischen Könige gekrönt wurden. Zum Abschluss des Burgbesuchs erkundete die Gruppe das Goldene Gässchen, in welcher der Legende nach Alchemisten nach dem Elixier der ewigen Jugend gesucht haben. Heute finden sich dort Ausstellungen zum Mittelalter und zahlreiche kleine Souvenirläden.

Den ersten Tag rundete ein gemeinsames Abendessen in einem tschechischen Restaurant ab. Von Suppe über panierten Käse bis hin zu Schnitzel und Gulasch probierten wir viele klassische Gerichte der tschechischen Küche aus. Müde aber zufrieden ging es schließlich in die Pension, wo die vielen Eindrücke des Tages nachklangen.

Der Freitag begann mit einem besonderen Moment: Caspar feierte Geburtstag, und die Klasse überraschte ihn mit dem tschechischen Geburtstagslied „Hodně štěstí, zdraví“, Honigkuchen und Süßigkeiten. Danach fuhr die Gruppe mit der Straßenbahn in die Bäckerei „Antonínovo“, in der sich alle ihr Frühstück auf Tschechisch bestellen konnten – eine praktische Anwendung der im Unterricht gelernten Vokabeln.

Gut gestärkt stand nun der Petřín-Hügel auf dem Programm. Da die Standseilbahn noch umgebaut wird, wurde der Aufstieg zu einer gemeinsamen Frühsporteinheit. Oben angekommen, wurden die Mühen mit einem weiten Ausblick über Prag belohnt, der sich vom Petřín-Turm – einer kleineren, aber deutlich erkennbaren Schwester des Eiffelturms – noch einmal steigerte. Im Spiegellabyrinth sorgten die verzerrten Spiegelbilder anschließend für viel Gelächter.

Zum Abschluss teilte sich die Gruppe auf: Einige Schüler nutzten die verbleibende Zeit für einen Stadtbummel und ein letztes Essen in der Innenstadt, andere besuchten das Strahov-Stadion, das größte Stadion Tschechiens, und staunten über dessen Dimensionen – insbesondere, weil Ben hier bereits ein Fußballspiel bestreiten durfte.

Schließlich machte sich die Klasse mit Straßenbahn, U-Bahn, Fernbus und Zug wieder auf den Rückweg nach Bautzen. Zwei intensive Tage voller neuer Eindrücke lagen hinter den Tschechisch-Schülern: historische Sehenswürdigkeiten, gelebte Mehrsprachigkeit, kleine Alltagsbegegnungen und gemeinsames Unterwegssein bei perfektem Wetter. Am Ende blieb der Eindruck eines gelungenen Ausflugs, der nicht nur Wissen über Prag, sondern auch Klassengemeinschaft und Freude am Tschechischlernen gestärkt hat.

J.Štillerová