Sorbisches Gymnasium Bautzen

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Brücke zwischen Lausitz und Moldau

Brücke zwischen Lausitz und Moldau: Geographiestudierende der Karlsuniversität Prag am Sorbischen Gymnasium Bautzen

Am Donnerstag, den 25. Juni 2026, durfte das Sorbische Gymnasium Bautzen besonderen Besuch begrüßen: Eine Gruppe von 23 Studierenden des zweiten Studienjahres Geographie der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Karlsuniversität Prag machte im Rahmen ihrer geologischen Exkursion Station in Bautzen. Begleitet wurden sie von ihrem Dozenten RNDr. Tomáš Matějček, der sich seit Langem für das sorbische Volk und seine Kultur interessiert.

Die Studierenden verbrachten die Woche mit Forschungsarbeiten in Liberec und der Umgebung; der Bautzener Besuch war als kultur- und raumbezogene Ergänzung der geologischen Inhalte geplant. Trotz einer längeren Verspätung traf die Prager Gruppe gut gelaunt am Sorbischen Gymnasium ein, wo sie von der tschechischen Lerngruppe der 10. Klasse herzlich in Empfang genommen wurde. Unsere Schülerinnen und Schüler stellten ihren Gästen in einer PowerPoint-Präsentation Bautzen, die Region und das Sorbische Gymnasium vor und boten damit einen ersten Einblick in die Besonderheiten der zweisprachigen Bildungslandschaft.

Im Anschluss folgten Kennenlernspiele, bei denen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Namen der anderen einüben und Hemmschwellen abbauen konnten. Danach ging es in gemischten Kleingruppen – mit Bautzener und Prager Studierenden – auf eine Schulrallye. Unsere Schülerinnen und Schüler führten ihre Gäste durch das Gebäude, erklärten Fachräume und Besonderheiten des Schulalltags und nutzten dabei intensiv ihre Tschechischkenntnisse, gelegentlich unterstützt durch Englisch. So wurde die Schule selbst zum Lern- und Begegnungsraum.

Ein Höhepunkt des Programms war der gemeinsame Tanz: Zu einer tschechischen Mazurka und dem sorbischen Lied „Šewc“ erlebten die Gäste sorbische Kultur buchstäblich „am eigenen Leib“. Musik und Bewegung schufen dabei eine ungezwungene Atmosphäre, in der sich kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten spielerisch erschließen ließen.

Trotz der sommerlichen Temperaturen schloss sich an den Schulteil eine Stadtrallye durch das Bautzener Zentrum an. Wieder in Kleingruppen erkundeten die Studierenden zwölf Stationen in der Altstadt, lösten Aufgaben, suchten Details an Gebäuden und setzten sich mit Geschichte, Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten Bautzens auseinander. So entstand ein lebendiges Bild der Stadt als kultureller und historischer Schnittstelle zwischen Sorben, Deutschen und Tschechen.

Nach einem herzlichen Abschied von unseren Schülerinnen und Schülern und einer kurzen Stärkung führte der Weg der Prager Gruppe weiter ins Sorbische Haus. Dort stellte der Chefredakteur der sorbischen Kinderzeitschrift Płomjo, Herr Peter Scholze, in tschechischer Sprache die Einrichtung, ihre Institutionen und insbesondere seine Arbeit an der Zeitschrift vor. Die Studierenden nutzten die Gelegenheit zu zahlreichen Fragen – nicht nur zur Redaktion von Płomjo, sondern auch zur Zukunft der Sorben, zur Situation der sorbischen Sprache und zu aktuellen Herausforderungen der Minderheit.

Die letzte Station des offiziellen Programms war das Sorbische Institut. Hier wurden die Studierenden von dem tschechischen Wissenschaftler Herrn Kryštof Peršín begrüßt, der die Geschichte des Instituts, seine Forschungsprojekte und Arbeitsbereiche vorstellte. Damit erhielten die Gäste einen fundierten Einblick in die wissenschaftliche Beschäftigung mit sorbischer Sprache, Kultur und Geschichte.

Anschließend blieb den Studierenden noch Zeit, Bautzen individuell zu erkunden, bevor sie am frühen Abend nach Liberec zurückkehrten.

Es war für unser Gymnasium eine große Ehre, Studierende der renommierten Karlsuniversität Prag begrüßen zu dürfen. Für unsere Lernenden, die Tschechisch als Fremdsprache belegen, war dieser Tag zugleich eine einzigartige Gelegenheit, ihre Sprachkenntnisse in realen Kommunikationssituationen anzuwenden, neue Kontakte zu knüpfen und zu erleben, wie lebendig und inspirierend Begegnungen im mitteleuropäischen Bildungsraum sein können.

PhDr. Jana Štillerová